TrabantForum / Retrokanal - Das Magazin

Skoda

Skoda aus Mlada Boleslav baute auch ein zweitüriges Coupé 110S

Neben den Limousinen S 100 (988 cm3 Hubraum, 48 SAE-PS) in Standard- und Luxusausführung und den mit dem größeren Motor (1107 cm3 Hubraum) ausgestatteten Varianten S 110 L (53 SAE-PS) und S 110 LS (62 SAE-PS) fertigt das Skoda-Automobilwerk in Mlada Boleslav nun auch ein zweitüriges Coupé mit sportlichem Charakter.

Seine Grundkonzeption Anordnung des Triebwerks im Heck, Gestaltung der Vorderachse und der angetriebenen Hinterachse - ist eng verwandt mit der Limousine, mit der auch die Bugpartie der Karosserie weitgehend übereinstimmt. Das Coupé zeichnet sich durch extrem große Fensterflächen und bis zum Dach hochgezogene Front- und Heckscheiben aus. Die Kurbelfenster und die starren Dreieckfenster im vorderen Teil der Türen sind rahmenlos, die hinteren Seitenscheiben lassen sich aus-stellen. Die körpergerecht geformten Vordersitze mit 17 cm Verstellbereich in Längsrichtung und auch während der Fahrt verstellbarer Lehnenneigung bieten dem Fahrer und Beifahrer überdurchschnittliche Bequemlichkeit. Die Rücksitze sind eher für Kinder bestimmt, zumal hinten die Kopffreiheit durch die geneigte Heckscheibe eingeschränkt ist.

Die Türen werden mit versenkt angeordneten Tasten geöffnet, in die Stirnseiten sind Warn-leuchten eingelassen, die beim Offnen der Türen aufleuchten. Das Armaturenbrett enthält fünf Rundinstrumente - Drehzahlmesser, Tachometer, Kraftstoffanzeiger, Kühlwasserthermometer, Druckmesser sowie zusätzliche Kontrolllampen für Öldruck, Kraftstoffreserve, Störungen im Bremssystem, Warnblinkanlage usw. Die Scheibenwaschanlage arbeitet bei Knopfdruck elektrisch, die Scheibenwischer laufen wahlweise im Dauerbetrieb oder in einer der vier Intervallstufen. Außer dem bei den Limousinen üblichen Heizungs- und Belüftungssystem wobei das im Motorenraum angeordnete Elektrogebläse Luft nach vorn fördert, hat das Coupé eine Staudruck-Frischluftzufuhr.

Die Luft wird rechts vor der Windschutzscheibe entnommen und über zwei richtungsverstellbare Düsen im Armaturenbrett in den Innenraum geleitet. Der Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor mit hängenden Ventilen hat mit 72 mm Bohrung und 68 mm Hub einen Gesamthubraum von 1107 ccm. Mit dem Verdichtungsverhältnis von 9,5 : 1 erfordert er hochoktanigen Kraftstoff und leistet 62 SAE-PS bei 5500 U/min. bzw. 52 DIN-PS bei 4650 U/min. Das maximale Drehmoment liegt mit 8,8 kpm (nach SAE) bei 3500 U/min. An der gegenüber dem Grundtyp mit gleichem Hubraum (S 110 L, 53 SAE-PS) gesteigerten Leistung hat außer der erhöhten Verdichtung (von 8,8 auf 9,5) der Doppelfall-strom-Vergaser einen wesentlichen Anteil, dessen zweite Stufe vom Unterdruck im Ansaugrohr gesteuert wird: Nach Werksangaben liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 145 km/h, die Beschleunigung von 0 bis 100 km/h werden 18,5 Sekunden genannt.

 

 Wartburg und Barkas von der Volkspolizei der DDR

Wartburg und Barkas von der Volkspolizei der DDR

Denis und seine Frau Janet Frank zeigen uns wie die Volkspolizei damals gearbeitet hat und welche Utensilien sie dafür benutzte.

Die Beiden sind leidenschaftliche Sammler und haben sich auf die Technik der VoPo, wie die Volkspolizei auch genannt wird spezialisiert. Dabei sind sie so Detailverliebt, dass sie nicht "nur" die Autos im Originalzustand versetzen, sonder auch das Ganze drum herum, wie zum Beispiel die Uniform, die natürlich ebenfalls original ist. Auch die ganze Ausstattung in den Polizeiautos ist weitergehend original und funktional. So ist es sogar noch möglich die Funkgeräte zu benutzen. Wir konnten im Barkas B1000 und im Wartburg 353W mitfahren und die ein oder andere Frage stellen. Beide Autos haben nach der Wende auch schon als Filmautos gedient und sorgen noch Heute für eine Menge Aufsehen, wenn sie auf Oldtimertreffen oder sonstigen Veranstaltungen auftauchen. Hin und wieder werden die Beiden mit ihren Autos nämlich zu Hochzeiten oder Verabschiedungen gerufen und helfen da aus.

In voller Montur sehen Denis und seine Frau Janet so aus, wie es früher zum Straßenbild gehört hat, dass verwirrt natürlich auch so manchen Bürger, wie uns Janet erzählen kann: Sie waren mal auf der Eisenbahnstraße in Leipzig, da kam ein etwas älteres Ehepaar und bat die Beiden doch nun mal etwas für Recht und Ordnung zu sorgen und sie hätten doch dort auch eine Dienstelle. Als dann der Versuch folgte aufzuklären, dass sie schon seit über 30 Jahren quasi nicht mehr existieren, wurde das schlichtweg ignoriert und sie sollten doch gefälligst jetzt eingreifen.

Natürlich ist das Auftreten der Beiden mit ihren Volkspolizeiautos nicht immer gern gesehen, so kam es und kommt es ab und zu mal vor, dass sie auch beschimpft und gefragt werden, was der Quatsch soll. Dann erklären sie sie, das es wirklich nur um die Geschichte geht und sie keinerlei politische Ziele verfolgen.

ETS 250

Vielleicht die schönste MZ aller Zeiten

September 1969:

Ein kleiner, sechsjähriger Steppke kommt in die Vorschule. Zur selben Zeit erscheint im Motorradwerk Zschopau die für viele bis heute schönste MZ aller Zeiten: die ETS 250 Trophy Sport.

September 1981:

Der Steppke wird 18 - endlich Motorradfahren mit mehr als 150 ccm. Der Steppke war ich und meine MZ nur eine runter gerockte ES 175/2, die ich für 380 DDR-Mark von meinem Cousin erwarb und mühsam aufgebaut habe.

Oktober 2006:

Ein Bekannter erzählte mir, er habe noch eine Schlacht-ETS rumliegen, die ich bekommen könne. Da war er wieder, mein Jugendtraum! Für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro bekam ich einen Haufen alter Teile, der vor einer geraumen Zeit einmal ein Motorrad war.

Ohne Motor, ohne Kabelbaum... einfach nur ein erbärmliches Häufchen Elend. Doch die wichtigsten ETS-typischen Teile - Tank und Seitendeckel waren vorhanden! Und vor allem: Für die spätere Wiederzulassung ganz wichtig: die original Rahmennummer!

Es sollte ein schneller, unkomplizierter Aufbau mit einfachen Mitteln und begrenztem Ressourceneinsatz werden. Ich ging in mich, und mir kam eine Idee: Ich wollte sie nun so aufbauen und gestalten, wie ich sie mir als junger Kerl erträumte. Mein Gedanke dahinter war, preisgünstigere Teile zu verwenden...

…Dachte ich. Mein guter Freund Peter stand mir - wie so oft schon - mit Rat und Tat zur Seite. Über eine Auktionsplattform im Internet ersteigerte er einen 17,5 PS ES/2 Motor, welcher einfach nur schlimm aussah, aber ich hatte einen Motor. Kurze Zeit nachdem das Äußerliche ungefähr feststand, machte ich mich frisch ans Werk: Entrosten, entfetten, entkeimen, sortieren, begutachten und so weiter.

Die nächsten Schritte folgten sofort: Das Rahmenheck wurde gekürzt, die Sitzbank ebenfalls. Ich wollte unbedingt einen sportlichen Einsitzer, einen Cafe-Racer-Verschnitt!

Eine Autosattlerei in Plauen polsterte die Sitzbank perfekt nach meinen persönlichen Vorstellungen auf, die ansteigende Keilform der Originalbank sollte unbedingt erhalten bleiben. In diesem Fertigungsschritt zog auch das Werkzeugfach von der Heckpartie unter den linken Seitendeckel. Nächster Schritt, nächste Hürde: das Aufarbeiten der alten Bremstrommeln war eine arg zeitintensive Angelegenheit: Und wahrlich, ich hab gewettert wie ein Rohrspatz, aber als sie dann in den frisch eingespeichten Chromfelgen glänzten, waren all die Mühen vergessen.

Bei der Telegabel hatte ich einen echten Glücksgriff. Ich fand eine wenig verschlissene und nur leicht patinierte Gabel über ein Zeitungsinserat. Federbeine, Bremsbeläge, Bowdenzüge - neu oder aufgearbeitet und etliche weitere Teile kamen an ihren Platz. Die Kupplungs- und Bremsarmaturen nahm ich sogar mit auf Montage, um diese nach Feierabend in der Unterkunft zwischen Tisch und Bett noch mit Hilfe von Elsterglanz und Unmengen von Putzlappen wieder neu erstrahlen zu lassen.

ETS Collage

Woher bekomme ich jetzt noch den passenden Lenker?

Blättern im Katalog. Ja, es muss ein M-Lenker sein! Arbeit zieht Arbeit nach sich: der Lenkeinschlag musste verringert werden, damit man sich beim Wenden nicht die Daumen am Tank quetscht und die Graukittel zufrieden sind. Eine Ducati Monster Lampenverkleidung oxidierte noch in meiner Garage vor sich hin und ich befand, dass sie wunderbar ins Gesamtbild passte, wie auch ein neuer 5-Gang IS-Drehzahlmesser. Ein Bikerkollege überzog die Blechteile und Verkleidung mit rotem und schwarzem Lack, sowie einer dicken Schicht „Klarem".

Weitere Teile wurden benötigt, am besten ein ganzer „Organspender"

Für einen Kasten Bier wechselte eine schrottreife TS ihren Besitzer. Von ihr verwendete ich Vergaser und Zylinder. Drehzahlmesser und Zylinderkopf spendete eine 250/1. Aus nun drei Motorengenerationen setzten Peter und ich ein wahres Patchwork-Triebwerk zusammen. Peter bearbeitete dessen Kanäle, während ich mich dem Vergaser-Puzzle widmete. Dieser bekam neue Düsen, einen neuen Schwimmer und neue Dichtungen spendiert. Den stark vernarbten Motor ließ ich mit Schlacke strahlen, da keinerlei Aussicht auf Erfolg durch Polieren mehr gegeben war. Durch diese Methode bekam er ein vollkommen neues und ungewöhnliches Erscheinungsbild. Anschließend überholte eine Plauener Firma, ein Spezialist für DDR Motorrad-, Moped- und Mokick-Zweitakter, das gute Stück. Während die Jungs mit dem Motor zugange waren, verlegte ich den Kabelbaum am Rahmen. Nachdem ich den Antrieb zurück bekam, half mir Peter bei der „Hochzeit", der Verbindung von Motor und Rahmen.

Zukünftig sollte der unverwechselbare Zweitakt-Duft durch einen ETZ 250 Auspuff entweichen. Für einen guten Funken und helles H4-Licht sorgen eine moderne 12V-Lichtmaschine mit kontaktloser Zündung nebst Fließbatterie.

Juni 2009:

Nach knapp drei Jahren und zwei Tritten auf den Kickstarter sprang meine Trophy Sport CR das erste Mal an. In diesem Moment gesellte sich zum typischen MZ-Zweitaktsound das ebenfalls typische Ploppen eines Sektkorkens. Prooost! Die DEKRA Vollabnahme wie auch die Zulassung waren nur noch reine Formsache. Es macht unheimlich viel Spaß, die "Kleine" rot-schwarze über die gewundenen und bergigen Sträßchen meiner vogtländischen Heimat zu "jagen".

Unterm Strich stehen unzählige Arbeitsstunden - nicht nur meine - und 3300 Euro. Okay, für ca. 3500 Euro und viel Glück bekommt man heute eine sehr gut erhaltene und orginale ETS, aber ich glaube, so eine wollte ich nie!

Trabant 603 Prototyp

Ist der Trabant 603 Prototyp der VW Golf 1?

Wer hatte eigentlich die Schuld, dass der Trabant 603 oder P1100 / 1300 oder der P610 nie gebaut wurde?

Günther Mittag, als dem Wirtschaftslenker der DDR wird oft die Schuld gegeben, dass diese vielen Fahrzeugentwicklung nicht in Serie gegangenen sind. Dem muss widersprochen werden, denn man hat sich aus den von den 60er Jahren an bis zum Ende der DDR immer bemüht eine neue Pkw-Entwicklung in die Serie zu bringen und es wurden dazu auch entsprechende Prototypen gebaut. Leider war die Wirtschaftskraft der DDR nie stark genug, um so ein großes Investitionsvorhaben wie eine komplett neue Pkw-Fertigung aufzubauen.

Wir reden hier immerhin über Beträge, die zwischen sieben acht oder zehn Milliarden DDR Mark lagen und das war eine extrem große Investitionssumme für ein Konsumgut, das volkswirtschaftlich ganz weit hinten in der Rangliste stand.

Wurde aus dem Konzept des Trabant Prototyp der VW Golf 1?

Selbst einige Mitarbeiter des Sachsenring Automobilbau Zwickau waren und sind der Meinung, dass aus dem Prototyp der Golf 1 wurde. Immerhin ist der Trabant Prototyp einige Jahre vorher entstanden und da verwundert es nicht, dass seit einigen Jahren immer wieder diese Legende durch die Welt geht, der Trabant 603 sei an VW verkauft worden und daraus der Golf 1 wurde.

Ganz kurz und schmerzlos: Dieses ist zu 100% eine Legende. Beide Fahrzeuge basierten auch völlig unterschiedlichen Konstruktionen und der Trabant 603 sowie der Golf 1, sicher mit etwas zeitlichem Unterschied, waren einfach Fahrzeuge aus dieser Generation.

Schrägheck-Kompaktwagen, dass was wir heute als Golfklasse kennen. Die Zeit war einfach reif, sowohl in Ost als auch in Westeuropa für diese art, als das ideale Familienauto in den 70er 80er und 90er Jahren.

P603
Foto vom P603 von Walter Schmid

 

Opel Corsa A

Opel Corsa A - ein Nachwende-Auto

Nach der Wende war es für viele Bürger aus aus der DDR ein großer Wunsch, endlich einmal ein "richtiges" Auto zu besitzen, denn Trabi, Wartburg und Co. hatten zunächst ausgedient. Teilweise wurden sie einfach im Straßengraben oder am Waldrand zurückgelassen. 

Doch welches Auto sollte angeschafft werden? Zu den klassischen Autos von damals zählt auf jeden Fall ein Opel Corsa. Thomas D. kaufe sich einen Corsa A, zwar nicht nach der Wende, dafür gibt es ihn aber heute noch.

2017 War ich auf der Suche nach einem günstigen Kleinwagen, nach dem mein Astra F leider gehen musste. Ich dachte dabei an einem an einem Corsa -A TR, Freunde von mir hatten bei der Suche geholfen und tatsächlich einen a Corsa gefunden. 

Zwar nicht wie gedacht einen TR aber einen schönen weissen CC mit 45PS. Schnell war klar der musste es sein. Der Kleine war gekauft bekam einen neuen grünen Lack und schon wurden die ersten Treffen damit angefahren.

Der Corsa sorgte bei der älteren Generation für viel Lob und Anerkennung, so wurde er von vielen nach der Wende als erstes Auto gefahren. Das ist auch heute noch so und jeder der ihn sieht muss ein wenig grinsen.

Mein Ziel war es auch, mit wenig Geld ein Auto aufzubauen. In den letzten Jahren kamen dann ein Digitaltacho aus dem Kadett GSI dazu, ein FK Gewindefahrwerk, Kadett GSI Bestuhlung und ein Kadett GSI 16V Lenkrad.

2021 kam dann auch ein neuer stärkerer Motor rein, der komplett neu aufgebaut wurde. Der Motor stammt aus dem Astra f und leistet 71PS das macht bei einem so geringen Gewicht von circa 770kg durchaus Spaß. In diesem Zuge kamen ein Stabilisator an der Vorderachse rein, und die Bremsanlage aus dem Astra F, natürlich ist das Projekt noch lange nicht fertig.

Der kleine bekam einen grauen Lack aufgerollt welcher 2023 wieder weichen muss. Er wird neu lackiert bekommt neue Bremsen und wird vom Farbton wieder weiß werden. Ein schönes Nachwende-Auto was ein wenig modifiziert wurde und die Leute auf treffen sicher wieder erinnern wird. Noch zu erwähnen ist auch, dass ich das Projekt Corsa ohne die Hilfe meiner ganzen Freunde so auch nie geschafft hätte. In diesem Sinne danke Jungs!

Der aufbereitete Motor ist ein Hinkucker für sich

Motor neu gemacht Corsa A

So sah der Opel Corsa A beim Kauf aus

Opel Corse wie er mal aussah

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Jan Hennemann

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Seit März 2022 gibt es den Retrokanal auf YouTube und hätte nie gedacht, dass sich der Kanal so schnell entwickelt. Umso mehr freue mich über die vielen informativen Kommentare und die netten Menschen, die diesen Kanal ausmachen. Die Videos werden meistens im Interview / Doku Style erstellt und sind gespickt mit Informationen rund um VEB IFA Erzeugnisse wie zum Beispiel den Trabant, Wartburg, W50 und hoffentlich noch viele weitere Oldtimer aus Ost und auch West.
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