Das TRABI Diskussionsforum ARCHIV


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Autor Thema: eine kleine Notiz aus dem Geschichtsunterricht
limokombi

Beiträge: 1.050
Registriert am: 17.06.2005


"Diese Ansicht kann und will ich nicht recht teilen... "

Was natürlich auch Dein gutes Recht ist, unabhängig von den Argumenten dafür und dagegen!

"Aber da standen schon auch handfeste Wirtschaftsinteressen dahinter."

Natürlich, dies ist auch völlig unbestritten! Der Hauptgrund für den Russlandfeldzug von Napoleon war ja, das Russland nicht bereit (und auch wohl nicht mehr in der Lage) war, die Kontinentalsperre gegen Großbritannien aufrechtzuerhalten, was ihre effektive Durchsetzung unmöglich gemacht hat.
Mir ging es aber mehr um den "Vernichtungsgedanken", welcher in der napoleonischen Ära noch keine (ernsthafte) Rolle spielte, d. h. die Völker haben sich damals (zumindest innerhalb Europas) nicht als "minderwertig" angesehen.

"Genau wie bei den amerikanischen "Demokratisierungs"kriegen der heutigen Zeit."

Das diese Kriege größtenteils handfesten Wirtschaftsinteressen geschuldet sind, wird wohl niemand wirklich bestreiten, der sich damit auch nur ein wenig damit beschäftigt hat. Außerdem gehts natürlich dabei vor allem um die Weltmachtstellung der USA, die man damit - sinn- weil zweckloser Weise - zu verteidigen gedenkt, aber deren Erörterung führt hier dann wohl zu weit...

standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


Diese "Weltmachtstellung" wurde erst jüngst - in hahnebüchender innenpolitischer Weise - erst wieder ad absurdum geführt. Zu Do haben sie die Kurve nochmal haarscharf gekriegt. Fortsetzung wird folgen - schon im Februar kommenden Jahres...

Mit der Relativierung (oder "Verherrlichung"?) grausamer Kriegsaktivitäten kann ich auch nichts anfangen - egal, ob diese (knapp) 70, 100, 200 oder mehr Jahre her sind...
Und Vergleiche á la "Walter hätte gern" passen da schon gar nicht rein - weil er eben definitiv nicht hat...

Marlene

Beiträge: 1.083
Registriert am: 17.01.2007


Heute vor 40 Jahren debattierte der Deutsche Bundestag das Gesetz, mit dem die Altersgrenze für die Volljährigkeit von 21 auf 18 Jahre herabgesetzt wurde. Das Gesetz trat zum 1.1.1975 und damit fast 25 Jahre nach der entsprechenden Regelung in der DDR in Kraft.
http://www.schekker.de/node/998/
http://www.verfassungen.de/de/ddr/volljaehrigkeitsgesetz50.htm

Gruß,
Marlene

framaus

Beiträge: 4.316
Registriert am: 05.05.2007


Im Westen brauchen sie halt immer etwas länger .
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Wer bereit ist, Geschichte auch mal außerhalb gängiger Klischees zu betrachten, dem sei empfohlen, sich die Zeit zu nehmen um dieses Video anzusehen:

http://quer-denken.tv/index.php/mfv-tv/383-das-ddr-wirtschaftswunder

standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


Vor 40 Jahren konnten erstmals auch DDR-Bürger in den ´Intershops´ einkaufen - so sie denn die richtige (West)Währung mitbrachten.
http://www.maz-online.de/Brandenburg/Erinnerungen-an-die-Intershops
Interessant dabei, daß sich dieser ganz spezielle Intershopgeruch offenbar derart stark ins kollektive Gedächtnis eingegraben hat (auch ich ´rieche´ den noch ganz deutlich - das war irgendwie von den Geruchs(und Waren-)welten bei Konsum und HO etwa so weit entfernt, wie die Erde vom Mond... )
Mein erster Kauf dort (mit über Jahre mühselig zus.gestotterten 2 DM) war natürlich ein Matchbox-Auto! Ein Pontiac Firebird in blau metallic - den habe ich übrigens heute noch... )

[Bearbeitet von standard (14-04-2014 - 20:46)]

Dachzelt_Ulli

Beiträge: 1.204
Registriert am: 28.02.2002


Zumindest den Duft gibt es jetzt wieder. Wird gehandelt unter dem Namen "Westpaketeduft", als Duschbad und Sauna-Aufgussmittel. Ich setze hier aber keinen Werbelink.
Und ich habe auch keine eigenen Erfahrungen, ob bzw. wie genau dieser neue Duft dem damaligen entspricht.
Christian K

Beiträge: 3.150
Registriert am: 27.04.2004


An den im Artikel erwähnten Intershop in der Poststrasse von Lübbenau/Spreewald erinnere ich mich. Dort befindet sich heute ein Laden von Autoteile Möbus drin, wo ich u.a. mein Addinol 2-Takt-Öl hole.
das moss

Beiträge: 7.651
Registriert am: 20.03.2001


Eine Melange aus Jaffee, Schokolade und Parfüm - ganz dicht war neulich unsere Tankstelle dran - auch die Größe (9 m²) erinnerte stark an den Intershop am Rostocker Hauptbahnhof.....
framaus

Beiträge: 4.316
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Aus Westberliner Hausflure bzw.Aufzügen kenne ich den Geruch auch.Als ich das erste mal in einem war,fiel mir sofort der Intershop ein.
Christian K

Beiträge: 3.150
Registriert am: 27.04.2004


Damit kann ich nun überhaupt nichts anfangen mit diesem vielzitierten "Intershopduft" oder auch der "Duft des Westens". Wir...ähm...gehören doch heute zum Westen. Mir fällt nichts besonderes auf.
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Der Intershopduft und der Westpaketduft waren ja prinzipiell das gleiche.

Meine Theorie dazu ist, daß es nur einen Grund dafür gab:

Daß nämlich duftintensive Güter wie Kaffee, Zitrusfrüchte, Seifen/Waschmittel usw. sowohl im Paket als auch im Intershop auf vergleichsweise sehr engem Raum beieinanderlagen und dadurch eine Duftkomposition entstand, die es heute so nicht mehr gibt.

Zum einen weil wir es nicht mehr wahrnehmen, da heute überall so intensive Reize und Gerüche vorhanden sind, daß sich ein Gewöhnungseffekt eingestellt hat.
Zum anderen aber, da diese unterschiedlichen Produkt-Klassen nirgendwo mehr so dicht gedrängt gelagert werden.

In keinem Supermarkt liegen z.B. Kaffee, Orangen und Waschpulver im gleichen Regalgang.

Verglichen mit den heutigen Einkaufs-Lokalitäten waren Intershops aber geradezu winzig...nur das Westpaket war noch kleiner...

Vielleicht sollte man mal probehalber ein Westpaket packen:
Bißchen Seife, Schokolade, Kaffee, ein Säckchen Orangen und was sonst noch so üblich war in einen Karton packen, ein paar Tage liegenlassen und dann öffnen - mal sehen, was unsere verwöhnten Nasen überhaupt noch wahrnehmen bei diesem Test.

[Bearbeitet von Deluxe (15-04-2014 - 09:08)]

Christian K

Beiträge: 3.150
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Gewöhnungseffekt, schönes Wort.
Das geht auch andersherum. Gerüche, die man früher aufgrund solcher Gewöhnungseffekte nicht so richtig wahr genommen hat, fallen heute umso mehr auf, wenn man wieder zufällig mit ihnen in Berührung kommt. Ein Bekannter war in Russland und berichtete, dass er dort hinter einem LKW herfuhr und der Geruch der Abgase erinnerte ihn sofort an die Sowjetischen Streitkräfte in der DDR.
Und ich war letztens in einem ehemaligen DDR-Betriebsbungalow drin, dieser leicht muffige Geruch....
framaus

Beiträge: 4.316
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Wenn man das Glück hat,das vor einem ein Trabant 601 fährt,riecht man auch wieder alte Zeiten .
601 Uncrowned

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Bei meinen ersten Ausflügen nach West-Berlin konnte ich auch einen komplett anderen Duft in den Geschäften feststellen. Sicherlich nötig, weil die Abteilung Marketing psychologisch auf Düfte setzte, die Kaufanreize schaffen sollten.
Wie Deli schon sagt: Durch Gewöhnung nimmt man das nicht mehr wahr.

ABER: Wenn man umgekehrt mal wissen möchte, wie der Konsum roch, muss man einfach mal in einen Bioladen gehen.

Christian K

Beiträge: 3.150
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@framaus: Sehr gut! Das beste Beispiel überhaupt. Dass mir das nicht auch eingefallen ist.
standard

Beiträge: 19.357
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Die Sache mit dem Gewöhnungseffekt ist schoin richtig...
Zu Ostzeiten habe ich lange Zeit unterwegs kaum wahrgenommen, daß 2-Takter ´riechen´. Das mag einerseits eben Gewöhnung gewesen sein - andererseits aber wohl auch die eher maue Lüftung im Trabant. Als ich nämlich bei der Fahne Wabu fuhr, roch ich den 2-Taktduft auf einmal - allerdings eher bei/von anderen wabus und (vor allem) von Barkassen. Wohl wegen der ´höheren Atemfrequenz´ der Dreitöpfe...
Beppo

Beiträge: 12.828
Registriert am: 01.10.2000


Geschichtsunterricht mal anders, nämlich per Geruch. Das gefällt mir, denn auf diese Weise hatten wir das noch nicht.
Das erinnert mich daran, wie mal jemand zu mir sagte: "Lass mich mal in deinen Wartburg (353) riechen." und nach einem tiefen Atemzug nachschob: "Ach, ist das herrlich!" Das war aber vor dem Neuaufbau, jetzt riecht es nur noch nach Sanders Fett.

Die 2Takter-3Töpfe riechen generell irgendwie anders abgasmäßig, als der Trabant oder die 2Räder. Definitiv nicht so "gut". Vermutlich ist da einfach ein Topf zuviel.

standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


Heute vor 25 Jahren fanden die letzten (berühmt-berüchtigten) Wahlen in der DDR statt - mit einem offenbar "schön gerechneten" Ergebnis. Dieser `Wahlbetrug´ wurde und wird ja (auch und gerade heute wieder) gerne in den Medien thematisiert. Wobei ich - als damaliger Mitwähler ("Zettelfalter" ) - sagen möchte, daß doch seinerzeit eigentlich jeder wußte, daß es sich nur um Alibi-Wahlen handelt, daß die 98 oder 99,x % eh von vorn herein feststanden. Wirkliche Bedeutung hat diesen "Wahlen" doch kaum ein Normalbürger beigemessen....
Insofern finde ich diese gern zelebrierte ´posthume Entrüstung´ darüber immer wieder irgendwie witzig.
601 Uncrowned

Beiträge: 4.632
Registriert am: 23.12.2003


Das ist keine Entrüstung, sondern schlichtweg Neid.
Wenn Du als sogenannte "Volks"partei 25% erreichst und damit "Sieger" wirst, bei einer Wahlbeteiligung von xx% und einer Wahlberechtigung von xx% (Deli hat's irgendwann mal beispielhaft vorgerechnet) und dann verkünden musst, dass "die Mehrheit der Deutschen" (also maximal jeder Zehnte) so entschieden habe, dann bist Du einfach nur neidisch bei solchen Zahlen.
601 Uncrowned

Beiträge: 4.632
Registriert am: 23.12.2003


69 Jahre ist es heute her ...
Saxonier

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Registriert am: 10.09.2000


Tag der Befreiung !!
Wuensch

Beiträge: 376
Registriert am: 23.09.2005


Tag der Niederlage ist mir geläufiger


...oh je was hab ich getan.

Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Ich hab mich heute schon mehrfach gefragt, warum es nicht beides sein kann.
Warum sollte man sich zwischen Befreiung und Niederlage entscheiden müssen?

Es war beides...und man sollte über beides froh sein.

Denn ich mag mir nicht vorstellen, wie Europa wohl heute aussähe, wenn dieser Krieg vom Deutschen Reich gewonnen worden wäre...

Allerdings müssen sich die Sieger des 1. Weltkrieges den Vorwurf gefallen lassen, daß ihr Versailler Vertrag geradezu die Eintrittskarte für den 2. Weltkrieg war...
Wer solche Friedensdiktate schließt, der muß wissen wohin das beim unterlegenen Gegner führen kann...und in dem Fall ist es ja auch prompt so gekommen.

Mal davon abgesehen daß ich den Wiederholungsfall als Möglichkeit zumindest fürchte...wenn ein Popstar-ähnlicher Kasper à la Adolf II. irgendwoher emporgehoben würde...ich glaube, die Volksmasse wäre wieder zu allem bereit, um einem solchen Aushilfs-Messias nachzugeifern...

Gunnar

Beiträge: 923
Registriert am: 28.05.2004


Natürlich würden die wieder nachgeifern. Allen voran vermutlich die Medien und damit dann auch der Großteil des "Volkskörpers". Denn an den Grundprinzipien hat sich ja seit den 30ern nix geändert:
die Medien sind bibelgleich, selber denken ist doof, Sündenböcke sind immer gut, Schuld sind immer die anderen und v.a.: Rüstung kurbelt die wirtschaft an.

Also behaltet die Medien kritisch im Auge und wehret den Anfängen...

Hab heut übrigens auch meine Schüler aufgeklärt, welcher Gedenktag heute ist. Macht anscheinend kein anderer Lehrer und nur die wenigsten hatten eine Ahnung...

Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


quote:
Also behaltet die Medien kritisch im Auge und wehret den Anfängen...

Was mich gleich wieder an's Ukraine/Rußland-Thema im Nachbar-Thread erinnert.

Achso - was ich noch sagen wollte:
Wenn es um den Tag der Niederlage geht...der war nicht am 8. Mai, sondern schon viel eher...spätestens am 2. Februar 1943, aber eigentlich schon am 22. Juni 1941.

Der 8. Mai 1945 war lediglich der Tag, an dem die Einsicht in die Tatsachen zur schriftlichen Fixierung der Kapitulation führte - aber die militärische Niederlage lag zu dem Zeitpunkt schon Jahre zurück...

[Bearbeitet von Deluxe (08-05-2014 - 14:52)]

Christian K

Beiträge: 3.150
Registriert am: 27.04.2004


"...Mal davon abgesehen daß ich den Wiederholungsfall als Möglichkeit zumindest fürchte...wenn ein Popstar-ähnlicher Kasper à la Adolf II. irgendwoher emporgehoben würde...ich glaube, die Volksmasse wäre wieder zu allem bereit, um einem solchen Aushilfs-Messias nachzugeifern..."

Das halte ich für völlig ausgeschlossen, zumindest in Deutschland. Ist schon daran zuerkennen, dass die NPD Wählerstimmen im unteren einstelligen Prozentbereich erhält und seit Jahren Mitglieder verliert, eine Folge der genügend vorhandenen Aufklärungsarbeit zum Thema Rechtsextremismus seitens staatlicher und linker Antifas und Denunzianten, so dass schon völlig krampfhaft Nazis dort vermutet werden, die keine sind (jeder, der kein Asylheim in seiner Nachbarschaft möchte ist automatisch ein Nazi). Ein Adolf II hätte also keine Chanche. Aufgrund der Erfahrung mit Adolf I. würde es entweder im Inland oder im Ausland oder beides sofort jemanden geben (CIA, Mossad oder die hierzulande narrenfreiheit geniessenden linksradikalen Vereine), die einen Adolf II. "beseitigen".
Man braucht sich also keine Sorgen zu machen, dass es einen zweiten Adolf geben wird. Und wenn, dann wird es kein Einheimischer sein, sondern einer mit vorderasiatischem Migrationshintergrund, wie diese hasspredigenden Salafisten, die man eher im Auge behalten sollte, als die sich wohl bald selbst auflösende NPD.

[Bearbeitet von Christian K (08-05-2014 - 16:32)]

Marlene

Beiträge: 1.083
Registriert am: 17.01.2007


Also Tag der Niederlage ist ja wohl eher der 30.01.1933. Der 8.5.45 ist der Tag der Befreiung. Endlich war der Mist vorbei.

Gruß,
Marlene

Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Der 30.01.1933 ist definitiv der Tag der politischen Niederlage, an dem die Weimarer Versuchsdemokratie die Kapitulation unterzeichnete.

Aber es ging ja um die militärische Niederlage - und die wurde am 8. Mai 1945 lediglich schriftlich fixiert, aber sehr viel eher "eingefahren".

Hegautrabi

Beiträge: 11.164
Registriert am: 02.10.2005


Für mich ist der 8. Mai ein sehr schöner Tag!
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